Lahrer Zeitung 2015

Auf der Flucht vor Mitgiftjägern

Mit der Aufführung der Operette „Die lustige Witwe“ hat die Theatergruppe der Trachtenkapelle Schuttertal dem Publikum viel Beifall entlockt. An vier Terminen rund um die Weihnachtsfeiertage strömten die Zuschauer in die Festhalle.

Unter der erstmaligen alleinigen Gesamtleitung von Dominik Schätzle erfreuten mehr als 20 Darsteller sowie das neunköpfige Orchester unter der Leitung von Ossy Fahrner das Publikum mit einem vergnüglichen und gekonnten Theaterabend.

Franz Lehárs berühmteste und wohl erfolgreichste Operette wurde von den Darstellern mit viel Spielfreude und gesanglich stets souverän dargeboten. Ein hervorragend eingespieltes Orchester sorgte für spritzige Begleitung.

Witzige Dialoge wechselten sich mit gefühlvollen, aber auch mit frivolen Szenen ab. Viele bekannte Lieder wie „Da geh ich zu Maxim“, „Vilja Waldmägdelein“ oder „Das Studium der Weiber ist schwer“ sorgten für elegantes Operetten-Feeling in der Schuttertäler Festhalle.

Die Geschichte spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich. Hanna Glawari (Isabelle Himmelsbach), die nach kurzer Ehe zur steinreichen Witwe wird, sorgt für helle Aufregung im Pontevedrinischen Gesandtschaftspalais. Zum einem wird sie umgarnt von einem Schwarm französischer Mitgiftjäger. Zum anderen versucht der Baron Mirko Zeta, hervorragend verkörpert von Arnold Schul­t­heiß, eine drohende Heirat mit einem Franzosen zu verhindern. Schließlich ist sein von der Pleite bedrohter Staat dringend auf das Geld der schönen Landsmännin angewiesen.

Daher soll sein Attaché, Graf Danilo Danilowitsch (Dominik Schätzle), die Witwe heiraten. Doch dieser lehnt ab. Er hätte vor vielen Jahren das damals noch arme Mädel gerne geheiratet. Hanna soll nun aber nicht glauben, dass ihn nur ihr Reichtum locke. Dennoch gelingt es Danilo nach und nach, alle Verehrer zur Seite zu schaffen. Gleichzeitig wird Valencienne (Linda Schuhmacher), die junge Frau Zetas, von Camille de Rosillon (Kevin Hummel) heftig umschwärmt. Doch Valencienne möchte „eine anständige Frau“ bleiben und bittet Rosillon, um Hanna zu werben. Danilos Eifersucht erwacht nun endgültig.

Hanna hat ihr Palais in das berühmte Nachtlokal „Maxim“ verwandeln lassen. In der anregenden Atmosphäre inmitten von reizvollen Grisetten (Vergnügungsdamen) und reichlich Champagner treffen alle Akteure nochmals aufeinander. Hanna erklärt, dass sie im Fall einer Wiederverheiratung ihr ganzes Vermögen verlieren würde. Danilo kann ihr nun endlich seine Liebe offenbaren. Zeta verzeiht Valencienne ihr kurzes Techtelmechtel mit Rosillon. So findet die Geschichte ein Happy-End.

Ob Dominik Schätzle als draufgängerischer Graf Danilo oder Isabelle Himmelsbach als lustige, aber auch selbstbewusste Witwe – alle Darsteller überzeugten mit ihrem Spiel das Publikum. Viele lustige Passagen, serviert mit köstlicher Mimik, sorgten für Lacher. Kulissenbauer, Requisiteure, Maskenbildner sowie Licht- und Tontechniker – allesamt aus den Reihen der Trachtenkapelle – trugen ebenso zum Gelingen bei. Das Ensemble wurde mit reichlich Applaus belohnt.