Lahrer Zeitung 2016

So abwechslungsreich und faszinierend kann Blasmusik sein

Mit einem anspruchsvollen und variantenreichen Doppelkonzert haben die Trachtenkapelle Schuttertal und die Trachtenkapelle Biederbach am Samstagabend in der Schuttertäler Festhalle begeistert. Beide Orchester lieferten dem Publikum ein abwechslungsreiches Spektrum an moderner und traditioneller Blasmusik auf hohem Niveau.

„Wir wollen Ihnen zeigen, wie vielfältig und faszinierend Blasmusik sein kann“, betonte Wolfgang Wölfle von der Schuttertäler Trachtenkapelle in seiner Begrüßung. Dem folgten zugleich die weit mehr als 40 Schuttertäler Musiker unter der Leitung von Manuel Philipp Gruber und eröffneten den ersten Konzertteil mit dem Stück „Fanfare for a new Horizon“ von Thomas Doss. Die Thematik des Strebens nach neuen Horizonten unter Beibehaltung traditioneller Werte wurde hörbar musikalisch umgesetzt und war zugleich symbolisch für den weiteren Konzertabend. Solistisch brillant und virtuos auf der Klarinette zeigte sich die 16-jährige Magdalena Schwörer bei einer Fantasie über das Lied „Lang, lang ist’s her“. Das an sich beschauliche Volkslied zeigte sich in den Variationen des Komponisten Reinhold Ritter in einem völlig neuen Gewand. Alle Register waren danach bei der „Ouvertüre zur Oper Nabucco“ gefordert. Das Orchester nahm die große Herausforderung an und präsentierte beeindruckend die weltbekannten Themen der Oper von Giuseppe Verdi. Sehr britisch und furios ging es mit „The Wild Bears“ weiter, bevor das Orchester dann bei der Filmmusik „Dragonheart“ wieder zum Träumen einlud. Sicher wurden manch einem der Zuhörer die Dramatik und Traurigkeit, aber auch die Schönheit der Bilder, des gleichnamigen, erfolgreichen Fantasyfilms wieder in das Gedächtnis gerufen.

Langjährige und verdiente aktive Mitglieder wurden von Wolfgang Wölfle zum Ende des ersten Programmteils, der von David Faißt moderiert wurde, geehrt. Roland Butt, Arnold Schultheiß und Josef Wölfle wurden unter großem Applaus zu Ehrenmitgliedern ernannt. Nach dem obligatorischen Ehrungsmarsch verabschiedete das Publikum die Musiker mit großem Applaus.

Nach kurzer Pause lieferten die mehr als 70 Musiker aus Biederbach in wunderschöner Schwarzwälder Tracht ein beeindruckendes Bild auf der Bühne. Doch die Kapelle unter der Leitung von Stephan Rinklin überzeugte nicht nur durch Quantität, sondern durch sehr hohe Qualität. Festlich und militärisch zugleich wurde der zweite Programmteil mit der „Leichten Kavallerie“ eröffnet. Das Stück „Dialog der Generationen“ von Kurt Gäble stand sinnbildlich für den Konflikt, aber auch den Zusammenhalt der Generationen, die schließlich aber nicht nur musikalisch eine wunderbare Einheit bilden können.

Nach dramatischer Filmmusik aus dem Actionthriller „The Rock“ und Melodien aus dem Musical „Tanz der Vampire“ setzten die Biederbacher mit „Symphonic Rock“, einem Medley aus Songs der Rockbands „Queen“ und „Genesis“, einen grandiosen Höhepunkt ihres Gastauftritts in Schuttertal. Das begeisterte Publikum wollte das Orchester nicht ohne Zugabe gehen lassen und erhielt so noch eine „beswingte“ Version des altehrwürdigen Marschs „Alte Kameraden“ zu hören.