Badische Zeitung 2016

Mit Leidenschaft und Liebe zum Detail

Die Trachtenkapelle Schuttertal überzeugt mit der Operette “ Die ungarische Hochzeit“ / Heute ist die letzte Vorstellung.

Mit viel Applaus hat das Publikum am zweiten Weihnachtsfeiertag die schauspielerische und gesangliche Leistung der Laienspielgruppe der Trachtenkapelle Schuttertal gewürdigt. In vier Vorstellungen wird Nico Dostals humorvolle Operette „Die ungarische Hochzeit“ auf hohem Niveau und mit viel Liebe zum Detail auf die Bühne der Festhalle gebracht. Heute Abend folgt die letzte Vorstellung.

Bekanntlich erfordern Operetten nicht nur gutes schauspielerisches Talent, sondern auch gesangliches und musikalisches Können von Darsteller und Orchester. Das weiß auch die Laienspielgruppe der Trachtenkapelle in Schuttertal. Auf hohem Niveau und mit viel Liebe zum Detail hat die Truppe um Gesamtleiter Dominik Schätzle die Operette „Die ungarische Hochzeit“ von Nico Dostal in vier Vorstellungen auf die Bühne der Festhalle gebracht. Es war ein unterhaltsamer Theaterabend rund um die Darstellung der humorvollen Liebes- und Verwechslungskomödie mit vielen bekannten Operettenmelodien.

Bemerkenswert sind das harmonische Zusammenspiel und die fließenden Übergänge zwischen Sprach- und Gesangpassagen von Solisten und Chor sowie der musikalischen Untermalung des Theaterorchesters. Dafür wurde über zwei Monate täglich zwei bis drei Stunden geprobt. Vor einer eindrucksvollen und detailliert kreierten Bühnenkulisse in der Festhalle führte die Laienspielgruppe durch das Vorspiel und die drei Akte der Operette.

Alle 25 Darsteller überzeugten in ihrer Rolle, herausragend waren die Hauptdarsteller mit ihren Gesangseinlagen: Anna Schmidt als Frusina, die aufbrausende und bestimmende Ehefrau des unsicheren und nervösen Stuhlrichters von Poplaka, überzeugend gespielt vom erfahrenen Arnold Schultheiß; oder Isabelle Himmelsbach, die passend die Rolle der Tochter Janka verkörpert, die sich in den Grafen, getarnt als Kolonist, verliebt. Mit schauspielerischem Talent und zahlreichen gekonnten Gesangseinlagen überzeugten auch Michael Hummel als Graf, Adrian Schätzle als Decider, Dominik Schätzle als eigentlicher Kammerdiener und vorübergehenden Grafen und Linda Schuhmacher als Bauernmädchen Etelka.

Bühnenbild mit einer echten Kirchenglocke

Doch die Truppe besticht nicht nur mit hohem schauspielerischem und gesanglichem Niveau. Die Leidenschaft und Liebe zum Detail in Aspekten des Theaterabends wird sichtbar, was ohne die Helferinnen und Helfer im Hintergrund nicht in dieser Form realisierbar gewesen wäre. Die Musiker des Theaterorchesters, Kulissenbildner, Requisiteure, Maskenbildner und Licht- und Tontechniker haben sichtlich gute Arbeit geleistet. Mit passenden Kostümen und Flechtfrisuren, überzeugendem Make-up und detailverliebten Bühnenbildern, sogar mit echter Kirchenglocke, wurden die Zuschauer verständlich durch die in Ungarn spielende Handlung geführt.

Von Manuel Gruber eigens arrangiert, ergänzte das zehnköpfige Theaterorchester – unter musikalischer Leitung von Ossy Fahrner – perfekt abgestimmt mit musikalischen Elementen. Das Libretto, also der Text der Operette, wurde eigens für die Laienspielgruppe umgeschrieben und vom Theaterleitungsteam Michael Hummel und Dominik Schätzle einstudiert.

Die Laienspielgruppe kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 1906 wird aufgeführt, seit drei Jahrzehnten Operetten. Wer regelmäßig die Operetten der Laienspielgruppe besucht, wird viele Gesichter kennen. Auch das habe Charme, erzählt eine langjährige Besucherin, man kenne die Menschen, die jedes Jahr da oben auf der Bühne stehen und das sei toll.

Für ein kleines Dorf sei das ganz schön bemerkenswert, meint ein weiterer Besucher, erst recht, wenn man die Qualität der schauspielerischen und gesanglichen Leistungen betrachte, die jedes Jahr auf die Bühne gebracht werde. Für viele der Besucher ist die Aufführung ein fester Termin im Kalender, Jahr für Jahr. Der Einsatz, die Leidenschaft und Liebe zum Detail der Laienspielgruppe werden mehr als geschätzt. Fazit: Der Operette der Laienspielgruppe Schuttertal ist wie immer ein Besuch wert.