Lahrer Zeitung 2017

Zu guter Letzt siegt doch die Liebe

Mit viel Spielfreude hat die Theatergruppe der Trachtenkappelle Schuttertal die Operette „Der Vogelhändler“ am zweiten Weihnachtsfeiertag aufgeführt. Es war ein Vergnügen, den Darstellern zuzusehen und zuzuhören.

Kaum waren die letzten Töne der schwungvollen Ouvertüre verklungen, nahm das fröhliche Spiel um Intrigen, Verwechslungen und manch unglücklicher Liebe auf der Festhallenbühne seinen Lauf. Viele bekannte Lieder wie „Grüß Euch Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ oder auch „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ sorgten für Begeisterung beim Publikum.

Die Rollen waren alle gut einstudiert und den Darstellern wie auf den Leib geschneidert. Dominik Schätzle, der die Gesamtleitung inne hatte, mimte eindrucksvoll den draufgängerischen Vogelhändler Adam aus Tirol. Anna Schmidt verkörperte sehr feinfühlig die volksnahe Kurfürstin Marie, Adrian Schätzle schlüpfte in die Rolle des korrupten Baron Wesp und Linda Schuhmacher brachte mit viel Herz die Rolle der liebenswerten „Briefchristel“ auf die Bühne. Auch alle weiteren der rund 40 Darsteller, ob in Haupt- oder Nebenrollen, überzeugten mit ihrem lebendigen Spiel das Publikum.

Der Gesang, ob im Solo oder im Chor, war gelungen und fand sich stets gut eingebettet in die tadellose Begleitung des zehnköpfigen Orchesters, das von Miriam Göppert geleitet wurde.

Darsteller überzeugen mit lebendigem Spiel

Die Geschichte um den Vogelhändler beginnt mit der Ankündigung einer Wildschweinjagd des pfälzischen Kurfürsten, die unter den Bauern für reichlich Unruhe sorgt, haben sie doch schon längst den ganzen Bestand leergewildert. Zudem lässt sich keine Ehrenjungfrau für den Empfang auftreiben. Der überschuldete Baron Wesp ist jedoch bereit, für ein Bestechungsgeld aus der Kasse des Bürgermeisters Schneck (Arnold Schultheiß) die Situation zu retten. Graf Stanislaus (Kevin Hummel), der lebenslustige Neffe von Baron Wesp, verweigert indes weiterhin die Heirat mit der resoluten, aber steinreichen Baronin Adelaide (Selina Schwörer).

Der Plan könnte funktionieren, aber da der Kurfürst absagt und stattdessen der verschuldete Neffe in dessen Rolle schlüpft und dann auch noch die als Bauernmädchen verkleidete Kurfürstin eintrifft, um ihren Mann zu überraschen, beginnt ein rasantes Verwechslungsspiel. Vogelhändler Adam möchte indes seine Braut, die Briefchristel heiraten, benötigt dazu aber noch einen festen Posten beim Kurfürsten.

Die Verwicklungen aus Hinterlist, Techtelmechteln und Missverständnissen nehmen im Verlauf der Handlung Fahrt auf. Doch die Geschichte findet ihr obligatorisches Happyend –­ die Briefchristel kann glücklich ihren Vogelhändler Adam im Arm halten.

Die gelungene Inszenierung sorgte auch bei kleineren Rollen immer wieder für herzhafte Lacher im Publikum. So hatten Fabian Deibel und Manuel Philipp Gruber als die Professoren Süffle und Würmle einen kurzen, aber herzerfrischenden Auftritt mit ihrem Duett „Ich bin der Prodekan“. Nicht zuletzt trugen auch die Kulissenbauer Requisiteure, Maskenbildner sowie Licht- und Tontechniker –­ allesamt ehrenamtliche Aktive aus den Reihen der Trachtenkapelle –­, zu einem gelungenen Operettenabend bei. Das begeisterte Publikum dankte dem ganzen Ensemble mit reichlichem Applaus.