Konzert 2018 – Badische Zeitung

Gruber setzt den Schlussakkord

Die Trachtenkapelle Schuttertal hat mit einem dreistündigen Frühjahrskonzert den Dirigenten Manuel Philipp Gruber verabschiedet.

Fast drei Stunden haben die Trachtenkapelle Schuttertal und die Musikkapelle Hofstetten die Vielfalt der Blasmusik auf hohem Niveau gezeigt. Dem Publikum in der vollbesetzten Festhalle wurde am Samstag ein anspruchsvolles Programm beim Frühjahrskonzert geboten.

Die gastgebende Kapelle eröffnete das Konzert, das letztmals Manuel Philipp Gruber dirigierte. Durch das Programm führte David Faißt. Zum Auftakt erklang das festliche „Vorspiel zu einer Feier“ des Briten Philip Sparke, der als Komponist der zeitgenössischen englischen Blasmusik gilt. In „Fantasie über Bizets Carmen“, dem Höhepunkt der ersten Konzerthälfte, überzeugte die 18-jährige Soloflötistin Leonie Meier. Der Titel „Mambo Jambo“ des Komponisten Damaso Peres Prado wurde exakt vorgetragen und Einlagen des Glockenspiels setzten schöne Akzente. Das Orchesterwerk „Beyond the Horizon“ (Hinter dem Horizont) von Rosano Galantes verarbeitete schließlich in mitreißenden Melodien, was der Filmkomponist hinter dem Horizont vermutet.

Ihr Debüt in der Trachtenkapelle hatte die zehn Jahre alte Luisa Himmelsbach. Mit fünf Jahren hatte sie ersten Hornunterricht bei Manuel Philipp Gruber und spielte nun zusammen mit der Trachtenkapelle den Titel „Im Stein“, ein Blasmusikarrangement von Gilbert Tinner.

Die Trachtenkapelle beeindruckte beim Arrangement „Star Trek Thema“ von Naohiro Iwais mit ihrem Klangkörper und den Solisten Josef Wölfle an der Trompete, Miriam Göppert an der Klarinette, Selina Schwörer am Altsaxofon sowie Diana Ohnemus an der Piccoloflöte.

Der Abend galt besonders der Verabschiedung des langjährigen Dirigenten Manuel Philipp Gruber. Die Trachtenkapelle hatte mit ihm eine prägende Lehrzeit und Erfolge, so der Vorsitzende Arnold Schultheiß. Durch dessen ruhige Art habe er den notwendigen Respekt der Mitglieder erworben. Sein fachliches Wissen habe er sehr gut eingebracht. Selbst als Theaterspieler hatte er bei der vergangenen Theateraufführung überrascht. Gruber selbst sieht nach zehn Jahren einen Wechsel für sinnvoll an. Er bleibt der Trachtenkapelle aber als Jugendausbilder erhalten. Ein sichtlich gerührter Manuel Philipp Gruber stand am Ende vor lang anhaltendem Applaus auf der Bühne.

Das Programm der Gastkapelle Hofstetten war verheißungsvoll. Die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Thomas Rauber boten einen unterhaltsamen zweiten Konzertteil, in dem sich alle Stücke mit der Erde befassten. Die Moderatoren Theresa Gißler und Stefan Kaspar steuerten Hintergrundwissen zu den Komponisten und Interpreten bei.

Wirkungsvoll wurde mit „Fanfare – The Benefaction from Sky and Mother Earth“ eröffnet. Mit „At the break of Gondwana“ von Benjamin Yeo überzeugten sie mit großartigen Rhythmen und bei „Jungle Fantasy“ wurden die Schlagzeuger zu wilden Tieren. Im Hit „Heal the World“ von Michael Jackson spielte sich der Solist Jonas Lehmann in die Herzen der Zuhörer.

Den Abschluss bildete der Titel „Arielle“, Soloeinlagen von Saxophon und Trompete. Einige Zugaben wurden gerne gewährt. Fazit: Die Wechsel in Tempo und Dynamik wurden von beiden Kapellen sehr genau umgesetzt. Ein Blasmusikabend auf hohem Niveau.


Ehrungen: Saxophonistin Linda Wangler und Trompeter Maximilian Schwörer für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft, Posaunist Michael Himmelsbach für 20-jährige Mitgliedschaft.